Sprüche

*
Jesus sprach zu ihnen: Wenn ihr die zwei zu eins macht und wenn ihr das Innere wie das Äußere macht und das Äußere wie das Innere und das Obere wie das Untere, und wenn ihr das Männliche und das Weibliche zu einem Einzigen macht, so daß das Männliche nicht mehr männlich und das Weibliche nicht mehr weiblich ist – wenn ihr das Auge durch ein anderes Auge ersetzt und eine Hand durch eine andere Hand und einen Fuß durch einen anderen Fuß, ein Bild durch ein anderes Bild – dann werdet ihr ins Reich eingehen.

Das Thomasevangelium, Vers 22

*
In einem sehr realen Sinne ist alles Leben verbunden.
Alle Menschen gehören unvermeidlich einem Netzwerk an,
dessen Elemente allesamt zueinander in einer Wechselbeziehung stehen
und in einem einzigen Gewand des Schicksals verknüpft sind.

Ich kann niemals das sein, was ich sein sollte,
bist du das bist, was du sein solltest,
und du kannst niemals sein, was du sein solltest,
bis ich da bin, was ich sein sollte.
Das ist Charakteristikum der Realität.

Martin Luther King, JR.

Handlungen müssen zum Abschluß gebracht werden.
Was auch immer der Ausgangspunkt sein mag,das Ende wird schön sein.
Nur weil eine Handlung nicht zum Abschluß gebracht worden ist, ist sie scheußlich.

Jean Genet, Tagebuch eines Diebes

Dem du deine Liebe schenkst,
dem gibst du Macht
dich zu verletzen!

Nur wer diese Macht nicht mißbraucht,
verdient es,
geliebt zu werden.

unbekannt

Im Leben geht es nicht darum,
ein gutes Blatt in der Hand zu halten,
sondern mit schlechten Karten gut zu spielen.

Robert Louis übers.Christiane Sautter

Wenn Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln.
Wenn sie groß sind, gib ihnen Flügel.

Chinesisches Sprichwort

„Wer einen Drachen befreit, ohne ihn zu töten, was sehr selten ist, verhilft ihm dazu sich in einen goldenen Drachen der Weisheit zu verwandeln“.

(aus Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer von Michel Ende)

Man kann nicht nicht kommunizieren.

Paul Watzlawick

Der höchste Lohn für unsere Bemühungen ist nicht das, was wir dafür bekommen, sondern das, was wir dadurch werden.

unbekannt

*
Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Quelle: Erich Fried „Es ist was es ist. Liebesgedichte, Angstgedichte, Zorngedichte“, Berlin 1996

Die Einladung

Ich möchte nicht wissen womit du deinen Lebensunterhalt verdienst.
Ich möchte wissen wonach du innerlich schreist und ob du zu träumen wagst der Sehnsucht deines Herzens zu begegnen.

Es interessiert mich nicht wie alt du bist.
Ich möchte wissen ob du es riskierst wie ein Narr auszusehen um deiner Liebe Willen und um deiner Träume willen und für das Abenteuer des lebendig seins.

Es interessiert mich nicht welche Planeten im Quadrat zu deinem Mond stehen.
Ich will wissen ob du den tiefsten Punkt deines eigenen Leides berührt hast, ob du geöffnet geworden bist von all dem Verrat oder ob du zusammengezogen und verschlossen bist aus Angst vor weiterer Qual.
Ich will wissen ob du mit dem Schmerz, meinem und deinem da sitzen kannst ohne zu versuchen ihn zu verbergen, zu vermindern oder ihn zu beseitigen zu wollen.
Ich will wissen ob du mit Freude, meiner und deiner dasitzen kannst, ob du mit Wildheit tanzen kannst und dich von der Ekstase erfüllen lassen kannst von den Fingerspitzen bis zu den Zehenspitzen ohne uns zur Vorsicht zu ermahnen oder zur Vernunft ohne dazu die Grenzen des Mensch seins zu bedenken.

Es interessiert mich nicht ob die Geschichte die du erzählst wahr ist.
Ich will wissen, ob du jemanden enttäuschen kannst um dir selber treu zu sein, ob du den Vorwurf des Verrats ertragen kannst und nicht deine eigene Seele verrätst, ob du vertrauensvoll sein kannst und daher vertrauenswürdig.
Ich will wissen ob du die Schönheit sehen kannst auch wenn es nicht jeden Tag schön ist und ob du dein Leben aus Gottes Gegenwart speisen kannst.
Ich will wissen, ob du mit dem Scheitern, meinem und deinem, Leben kannst und trotzdem am Rande des Sees stehen bleibst und zu dem Silber des Vollmonds rufst „Ja“.

Es interessiert mich nicht zu erfahren wo du lebst uns wie viel Geld du hast ich will wissen ob du aufstehen kannst nach einer Nacht der Trauer und Verzweiflung, erschöpft und bis auf die Knochen zerschlagen und tust was für die Kinder getan werden muss.

Es interessiert mich nicht wer du bist und wie du her gekommen bist.
Ich will wissen ob du mit mir in der Mitte des Feuers stehen wirst und nicht zurückschreckst.

Es interessiert mich nicht wo oder was oder mit wem du gelernt hast.
Ich will wissen was dich von innen hält wenn sonst alles wegfällt.
Ich will wissen ob du allein sein kannst und in den leeren Momenten wirklich gern mit dir zusammen bist.

Oriah Mountain Dreamer Indianischer Stammesälteste

*
Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden,
dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und dass alles, was geschieht, richtig ist –
von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich: Das nennt man ‘VERTRAUEN’.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen,
dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnung für mich sind,
gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich, das nennt man ‘AUTENTHISCH-SEIN’.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört,
mich nach einem anderen Leben zu sehnen
und konnte sehen, dass alles um mich herum
eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich, das nennt man ‘REIFE’.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört,
mich meiner freien Zeit zu berauben
und ich habe aufgehört,
weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude bereitet,
was ich liebe und mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich, das nennt man ‘EHRLICHKEIT’.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit,
was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog,
weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das ‘GESUNDEN EGOISMUS’,
aber heute weiß ich, das ist ‘SELBSTLIEBE’.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört,
immer recht haben zu wollen,
so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt,
das nennt man ‘DEMUT’.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert,
weiter in der Vergangenheit zu leben
und mich um meine Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur mehr in diesem Augenblick,
wo ALLES stattfindet.
So lebe ich heute jeden Tag und nenne es ‘BEWUSSTHEIT’.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
da erkannte ich,
dass mich mein Denken armselig und krank machen kann,
als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,
bekam der Verstand einen wichtigen Partner.
Diese Verbindung nenne ich heute ‘HERZENSWEISHEIT’.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen zu fürchten,
denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich, DAS IST DAS LEBEN!

(Charlie Chaplin
an seinem 70.Geburtstag am 16.April 1959)

Anruf bei einer Service-Hotline:

Anrufer :
Hallo! Ich habe hier ein neues Programm das ich gerne auf meinem
persönlichen System installieren würde. Es heißt LIEBE. Was soll ich
als erstes machen?

Hotline:
Auf Ihrer Festplatte gibt es eine Partition, die heißt HERZ. Haben Sie die?

Anrufer:
Ach so, das ist der Trick! Ich hab’s immer auf der Hauptpartition KOPF
versucht. Na gut, ich probier das mal. Oh Mist, HERZ ist ziemlich voll!

Hotline:
Machen Sie doch mal den Task-Manager auf und schauen unter „Prozesse“. Was
läuft  denn da?

Anrufer:
Oh je, Alte_Verletzungen.exe, Groll.com, Geiz.com, Ablehnung.exe und
lauter so Zeug. Vor allem Hass.exe. Das krallt sich fast den
ganzen Speicherplatz!

Hotline:
Kein Problem. LIEBE wird vieles davon ganz automatisch aus Ihrem
Betriebssystem löschen. Manches bleibt zwar im Hintergrund aktiv, wird
aber keine anderen Programme mehr stören.
Alte_Verletzungen.exe und Geiz.com müssen Sie aber vor der Installation
selber vollständig löschen.

Anrufer:
Nein! Das sind für mich zwei ganz wichtige gute alte Stücke! Das hat mich
Jahrzehnte gekostet, all die Komponenten dafür zusammen zu sammeln! Muss das wirklich raus??

Hotline:
Ja, das ist unumgänglich. Gehen Sie ins Startmenü und suchen Sie unter
Zubehör/Verzeihung. Das lassen Sie dann so oft laufen, bis Geiz.com und Alte_Verletzungen.exe vollständig gelöscht sind.

Anrufer:
Na gut, wenn’s sein muss. LIEBE ist mir einfach so sehr empfohlen
worden, das Ding will ich unbedingt hier laufen haben! So, geschafft …
He! Da steht jetzt: „ERROR 490, Programm läuft nicht auf internen
Komponenten“. Was soll denn das jetzt?

Hotline:
Nichts Schlimmes, ist ein altbekanntes Problem. Es bedeutet, dass LIEBE
für externe HERZEN konfiguriert ist, aber auf Ihrem eigenen ist es noch
nicht gelaufen. Das ist eine von diesen ganz komplizierten Sachen. Ich
sag’s mal so: Sie müssen zunächst Ihr eigenes Gerät lieben, bevor es
andere lieben kann.

Anrufer:
Hä?

Hotline:
Können Sie den Ordner Selbstakzeptanz finden?

Anrufer:
Ja, hab ich.

Hotline:
Wunderbar. Klicken Sie auf die folgenden Dateien und kopieren Sie sie in
den Ordner MEINHERZ, und zwar: Selbstvergebung.doc, Selbstschätzung.doc
und Güte.txt. Außerdem bitte Selbstbeurteilung.exe aus allen Ordnern
löschen und dann den Papierkorb leeren, sonst kommen sie immer wieder
zurück.

Anrufer:
LIEBE installiert sich jetzt ganz von selbst. Ist das gut so?

Hotline:
Ja, so gehört sich das. Nun sollte eine Nachricht auftauchen, dass sich LIEBE
immer wieder neu lädt, so lange Ihre HERZ-Festplatte läuft. Sehen Sie
diese Nachricht?

Anrufer:
Seh ich. Ist die Installation nun abgeschlossen?

Hotline:
Ja, aber denken Sie daran, dass Sie bis jetzt nur die Basisversion
installiert haben. Sie müssen sich nun mit anderen HERZEN vernetzen,
um an die Upgrades zu kommen.

Anrufer:
Ok. Klasse! Mein HERZ lädt gerade eine wunderschöne Melodie. Auf meinem
Bildschirm läuft Lächeln.mpg. Wärme.exe, Friede.exe, Zufriedenheit.doc
und lauter solche Sachen breiten sich gerade im Speicher aus. Fühlt sich gut an!

Hotline:
Fein. Damit ist LIEBE installiert und läuft. Von diesem Punkt an sollten
Sie gut alleine weiterkommen.

Anrufer:
Jetzt brauchen Sie sicher meine Kontonummer wegen der Abbuchung.

Hotline (lacht):
Nein, LIEBE ist Freeware. Geben Sie das Programm bitte an jeden weiter,
den Sie treffen, mit allen Komponenten. Die Leute werden es dann
ihrerseits weiterverbreiten, und ich wette, dass Sie dann von denen eine
Menge ganz feiner neuer Module zurückbekommen.

Anrufer:
Gebongt, will ich gerne machen. Vielen Dank für Ihre Hilfe.

(Autor unbekannt)

Sind so kleine Hände
winz´ge Finger dran.
Darf man nie drauf schlagen
die zerbrechen dann.

Sind so kleine Füße
mit so kleinen Zehn.
Darf man nie drauf treten
könn´ sie sonst nicht gehn.

Sind so kleine Ohren
scharf, und ihr erlaubt.
Darf man nie zerbrüllen
werden davon taub.

Sind so kleine Münder
sprechen alles aus.
Darf man nie verbieten
kommt sonst nichts mehr raus.

Sind so klare Augen
die noch alles sehn.
Darf man nie verbinden
könn´ sie nichts mehr sehn.

Sind so kleine Seelen
offen ganz und frei.
Darf man niemals quälen
gehn kaputt dabei.

Ist so´n kleines Rückgrat
sieht man fast noch nicht.
Darf man niemals beugen
weil es sonst zerbricht.

Grade, klare Menschen
wär´n ein schönes Ziel.
Leute ohne Rückgrat
hab´n wir schon zuviel.

Kinder Liedtext von Bettina Wegner

Der morgige  Tag  oder  das  nächste  Leben  –  was  zuerst  kommt, wissen wir nie.

Tibetisches Sprichwort

Ein alter Indianer
erzählt seinem Enkel:
In meiner Brust kämpfen
zwei Wölfe:

„Einer Ist der
Wolf der Dunkelheit, der
Angst, des Misstrauens,
der Verzweiflung und
des Neides.

Der andere
ist der Wolf des Lichtes,
der Liebe, der Lust und
Lebensfreude.”

Fragt der
Enkel: „Und welcher der
beiden wird gewinnen?“

Der alte Indianer
antwortet:
„Der, den ich füttere.“

unbekannt

„Das kommt dabei heraus,
wenn man nicht den üblichen Glaubensmustern folgt,
sondern Kopf und Herz sprechen läst“.
„Ein Universitätsprofessor forderte seine Studenten mit folgender Frage heraus:
„Gott schuf alles, was existiert?“
Ein Student antwortete mutig: „Ja, er schuf alles!“
„Gott hat alles erschaffen?“, fragte der Professor erneut.
„Ja, Herr Professor“, antwortete der Student.
Der Professor fuhr fort:
„Wenn Gott alles erschaffen hat, dann schuf er auch das Böse, denn das Böse existiert,
und gemäss der Annahme, dass unsere Werke uns selbst widerspiegeln, ist Gott böse.“
Der Student blieb stumm nach dieser Antwort, und der Professor, triumphierend, rühmte sich,
einmal mehr bewiesen zu haben, dass der Glaube ein Mythos ist.
Ein anderer Student hob seine Hand und sagte:
„Kann ich eine Frage stellen, Herr Professor?“
„Natürlich“, antwortete der Professor.
Der junge Mann erhob sich und fragte:
„Herr Professor, existiert die Kälte?“
„Was soll das für eine Frage sein?
Natürlich existiert sie.
Ist Ihnen etwa noch nie kalt gewesen?“
Der Student antwortete:
„Tatsächlich, Herr Professor, existiert die Kälte nicht.
Nach den Gesetzen der Physik ist das, was wir als kalt empfinden, in Wirklichkeit
das Fehlen von Wärme.
Jeder Körper oder Gegenstand kann untersucht werden, ob und wie viel Energie er hat oder abgibt. Wärme ist was besagtem Körper Energie verleiht.
Der absolute Nullpunkt ist die totale Abwesenheit von Wärme.
Alle Körper werden träge, reaktionsunfähig, aber die Kälte gibt es nicht.
Wir haben diesen Ausdruck erfunden, um zu beschreiben, wie wir uns ohne Wärme fühlen.
Und existiert die Dunkelheit?“, fragte der Student weiter.
Der Professor antwortete: „Natürlich!“
Der Student sagte darauf:
„Sie irren sich erneut, Herr Professor.
Die Dunkelheit existiert ebenso wenig.
Sie ist in Wirklichkeit ein Mangel an Licht.
Das Licht lässt sich untersuchen, die Dunkelheit nicht.
Wir kennen das Prisma von Michols, um weisses Licht in die verschiedenen Spektralfarben zu zerlegen, aus denen es zusammengesetzt ist, mit der jeweils spezifischen Wellenlänge.
Ein einfacher Lichtstrahl bricht die Dunkelheit und erhellt die Oberfläche, auf der sein Schein endet.
Wie kann man angeben, wie dunkel oder hell ein bestimmter Raum ist?
Aufgrund der Lichtmenge, die in diesem Raum präsent ist. Nicht wahr?
Dunkelheit ist ein Begriff, den der Mensch entwickelt hat, um zu beschreiben,
was vor sich geht, wenn kein Licht vorhanden ist.“
Schlußendlich fragte der Student den Professor:
„Herr Professor, existiert das Böse??“
Der Professor antwortete:
„Natürlich existiert es, wie ich anfangs erwähnt habe, wir sehen Gewalt und Verbrechen
auf der ganzen Welt.
Diese Dinge sind böse.“
Worauf der Student antwortete:
„Das Böse existiert nicht, Herr Professor.
Oder wenigstens nicht aus sich selbst.
Das Böse ist schlicht die Abwesenheit Gottes,
ist – genau wie die vorigen Beispiele – ein Begriff, den der Mensch erfunden hat,
um diese Abwesenheit Gottes zu beschreiben.
Gott hat nicht das Böse geschaffen.
Es verhält sich damit nicht wie mit dem Glauben oder der Liebe,
die existieren wie die Wärme oder das Licht.
Das Böse ist das Ergebnis dessen, dass der Mensch Gott nicht in seinem Herzen gegenwärtig hat.
So wie er es kalt empfindet, wenn Wärme fehlt oder dunkel, wenn kein Licht da ist.“
Darauf nickte der Professor mit dem Kopf und schwieg.

Der Name des jungen Studenten lautete übrigens Albert Einstein

„WENN EIN KIND…“
… kritisiert wird, lernt es, zu verurteilen.
Wenn ein Kind angefeindet wird, lernt es zu kämpfen.
Wenn ein Kind verspottet wird, lernt es, schüchtern zu sein.
Wenn ein Kind beschämt wird, lernt es, sich schuldig zu fühlen.

Wenn ein Kind verstanden und toleriert wird, lernt es, geduldig zu sein.
Wenn ein Kind ermutigt wird, lernt es, sich selbst zu vertrauen.
Wenn ein Kind gelobt wird, lernt es, sich selbst zu schätzen.
Wenn ein Kind gerecht behandelt wird, lernt es, gerecht zu sein.
Wenn ein Kind geborgen lebt, lernt es, zu vertrauen.
Wenn ein Kind anerkannt wird, lernt es, sich selbst zu mögen.
Wenn ein Kind in Freundschaft angenommen wird,
lernt es, in der Welt Liebe zu finden.

~Text aus einer tibetischen Schule~

Nicht da ist man daheim, wo man einen Wohnsitz hat, sondern da, wo man verstanden wird.

Christian Morgenstern

Um einen Stein zu zertrümmern, braucht man einen Hammer, aber um eine kostbare Vase zu zerbrechen, genügt eine flüchtige Bewegung und um das Herz eines Menschen zu treffen, genügt oft ein einziges Wort..

Eugen Drewermann


Kommentare

Sprüche — 4 Kommentare

  1. Von den Kindern

    Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
    Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
    Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,
    und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
    Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken,
    Denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
    Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen,
    Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.
    Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.
    Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.
    Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
    Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit, und Er spannt euch mit seiner Macht, damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.
    Lasst euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein;
    Denn so wie Er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist.

    Khalil Gibran

  2. Die Insel der Gefühle

    Vor ganz langer Zeit existierte eine wunderschöne kleine Insel,
    auf der alle Gefühle der Menschen zu Hause waren:
    Der Humor und die gute Laune,
    die Traurigkeit und die Einsamkeit,
    das Glück und das Wissen
    und all die vielen anderen Gefühle.
    Natürlich lebte auch die Liebe dort.
    Eines Tages wurde den Gefühlen mitgeteilt,
    dass die Insel sinken würde.
    Also machten alle ihre Schiffe startklar,
    um die Insel zu verlassen.
    Nur die Liebe wollte bis zum letzten Augenblick warten,
    denn sie hing sehr an ihrer Insel.
    Bevor die Insel sank,
    bat die Liebe die anderen Gefühle um Hilfe:
    Der Reichtum verließ auf einem luxuriösen Schiff die Insel.
    Die Liebe fragte:
    „Reichtum, kannst Du mich mitnehmen?“
    „Nein, ich kann nicht.
    Auf meinem Schiff habe ich viel Gold und Silber.
    Da ist kein Platz mehr für Dich.“
    Also fragte die Liebe den Stolz,
    der auf einem wunderbaren Schiff vorbeikam.
    „Stolz, bitte, kannst Du mich mitnehmen?“
    „Liebe, ich kann Dich nicht mitnehmen“,
    antwortete der Stolz,
    „hier ist alles perfekt und Du könntest mein Schiff beschädigen“.
    Als nächstes fragte die Liebe die Traurigkeit:
    „Traurigkeit, bitte nimm mich mit.“
    „Oh Liebe“, sagte die Traurigkeit,
    „ich bin so traurig, dass ich allein bleiben muss.“
    Auch die gute Laune fuhr los,
    aber sie war so zufrieden,
    dass sie nicht hörte,
    dass die Liebe sie rief.
    Plötzlich rief eine Stimme:
    „Komm Liebe, ich nehme Dich mit“.
    Die Liebe war so dankbar und so glücklich,
    dass sie ganz und gar vergaß,
    den Retter nach seinem Namen zu fragen.
    Später fragte die Liebe das Wissen:
    „Wissen, kannst du mir sagen,
    wer mir geholfen hat?“
    „Ja“, antwortete das Wissen,
    „es war die Zeit.“
    „Die Zeit?“ fragte die Liebe,
    „Warum hat mir die Zeit geholfen?“
    Und das Wissen antwortete:
    „Weil nur die Zeit versteht,
    wie wichtig die Liebe im Leben ist!“

    Karola Schulze

  3. Hallo Lothar,
    die Sprüche, die ich hier lese sind keine Sprüche. Es sind Lieder des Herzens deren Melodie ich hören kann, weil ich das Lied gelebt habe. Die Melodie der Lieder ist für mich die Bewegung der Gefühle. Je tiefer ein Mensch im stande ist zu fühlen, umso unvergänglicher ist die Melodie, wie die der großen Meister.
    …je mehr Schwingung die Sprüche im Herzen der Menschen hinterlassen, die sich hier angesprochen fühlen umso größer wird auch das sein was du selbst hinterlassen willst.
    Das was in Dir reift ist wie ein guter Wein der Zeit brauchte um zu reifen und nur Kenner wissen ihn zu schätzen.

    LG
    Margit

Schreibe einen Kommentar